Evidence-Based Management (EBM) – Mein erstes Feedback

August 31, 2021 Jürgen Theisen

Die Frage wie messen ich „Agilen Erfolg“ oder „Wie setze ich Ziele agil“ sind Fragen, die häufig im Lean Coffee Duesseldorf, dass ich seit zwei Jahren moderiere, auftauchen.

Mit dem Evidence-Based Management (EBM) Framework sehe ich einen guten Ansatz Erfolg messen und Wert zu steigern.

Kürzlich hatte ich die Möglichkeit am ersten öffentlichen deutschsprachigen PAL-EBM teilzunehmen. Es war ein sehr kurzweiliges Training mit netten Teilnehmern, in dem uns Alexander Hardt professionell durch die Themen geführt hat.

Im Wesentlichen besteht EBM aus drei Aspekten:

  • Ziele (strategisch, mittelfristig, kurzfristig)
  • Evidenz (Messungen)
  • Experimente (Inspect & Adapt)
Quelle Scrum.org – Reaching strategic goals requires experimenting, inspecting, and adapting

Die Umsetzung des Frameworks hilft dabei:

  • Geschäftsziele mit Aktivitäten, Output und Outcome zu verbinden
  • Die Fähigkeit geeignet auf Veränderungen zu reagieren zu verbessern
  • Die Kundenzufriedenheit zu erhöhen und Erfolgsaussichten zu optimieren

Bevor wir uns im Training eingehender mit dem Framework selbst beschäftigt haben, haben wir an den notwendigen Grundlagen gearbeitet. Wahrscheinlich kennt ihr das Sprichwort „Wer misst misst Mist“. Darin steckt ein Kern Wahrheit. Es sollte allerdings nicht dazu führen, dass wir gar nicht messen, denn „You only can improve what you measure“.

Also haben wir uns erst einmal mit dem Zusammenhang von Zielen, Messungen und Verhalten auseinandergesetzt. Im nächsten Schritt haben wir dann erarbeitet welche Umgebung und Rahmenbedingungen notwendig sind, um Ziele mit Messungen besser zu erreichen. 

Darauf basierend haben wir uns mit verschieden Art von Zielen auseinandergesetzt. Stichwort „Start with the why“. Wir haben dabei den Wirkungsgrad sowie geeignete Beschreibungen von Zielen diskutiert. Interessant war auch zu sehen, wie diese Ziele mit unserer täglichen Arbeit zusammenhängen und worauf wir uns fokussieren sollten, um erfolgreicher zu sein. 

Am Nachmittag des Trainings haben wir uns dann eingehend mit dem EBM Framework beschäftigt. EBM definiert vier zentrale Wertebereiche, in denen durch geeignete Hypothesen, Experimente und deren Messungen die wirtschaftliche Lebensfähigkeit eines Produktportfolios transparent gemacht wird. Im Anhang des EBM Guides werden verschiedene Beispielmetriken für die vier zentralen Wertenbereiche genannt. Passend zu den individuellen Zielen werden dann kontextspezifische Metriken genutzt, um sich den Geschäftszielen schrittweise zu nähern.

Quelle: Scrum.org – EBM focuses on four Key Value Areas (KVAs).

Nach der gemeinsamen Erarbeitung der Grundlagen haben wir das gelernte anhand einer Case Study exemplarisch angewendet. Im Kern ging es darum, wie wir es schaffen uns auf die Wertgenerierung zu fokussieren.

Wie es im ersten Prinzip des Agilen Manifests so schön heißt „Our highest priority is to satisfy the customer through early and continuous delivery of valuable software“.

Zusammenfassung:
Für mich als Scrum Master und OKR Coach war es interessant zu sehen, wie man das EBM-Framework in direkten Zusammenhang mit Scrum nutzen könnte, aber auch als Tool genutzt werden kann, um im OKR Umfeld besser die wichtigen Themenfelder zu finden und zu Ziele abzuleiten.

EBM hilft Themen und Aufgabenstellungen durch kleine Experimente schnell zu verproben und die gemessenen Ergebnisse in die weitere Planung einfließen lassen. Diese können dann wieder in die Scrum Sprints oder OKR Zyklus Planungen einfließen. Ich habe das EBM Framework als eine gute Ergänzung mit dem Blick auf die wichtigen Bereiche erlebt und es kann wirklich helfen den „Agilen Erfolg“ zu planen, sichtbar zu machen und zu verbessern.

Viele Unternehmen arbeiten immer noch plangetrieben. Sie meinen erfolgreich zu sein, wenn sie einen vorab definierten Plan umgesetzt haben. In unserer heutigen komplexen Geschäftswelt ist dieser Ansatz jedoch in den meisten Fällen nicht mehr adäquat. Eine Produktgetriebene Denkweise bei dem Erfolg sich durch Kundenzufriedenheit und Marktwert definiert verspricht bessere Ergebnisse. Hier setzt EBM an und gibt einen Rahmen, in dem Klarheit geschaffen wird, um dann durch eine experimentelle Herangehensweise Ziele Schritt für Schritt zu erreichen.

Ich kann jedem empfehlen der nach neuen Ansätzen sucht, seine Business Agility zu verbessern, sich mit dem Themen EBM zu beschäftigen und dieses Training mit Alexander zu besuchen. 

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